Bruno Rechenbär

Freie Arbeit im Mathematikunterricht

Bearbeitungshilfen
Freiarbeit im Mathematikunterricht der Grundschule

Ungefähr 25 Jahre vor meinem Dienstende hatte ich mich entschlossen, für Arbeitsmaterial, dessen mathematischer Inhalt sich den Kindern nur schwer erschließt und deshalb für meine Form der Freien Arbeit nur bedingt geeignet war, Arbeitsanleitungen zu erstellen.
Anfangs stellte ich dafür ausschließlich Arbeitskarteien her. Die Kinder übertrugen die Aufgaben von den Karteikarten in normale Mathematikhefte und schrieben die Lösungswege und die Ergebnisse dazu. Weil das oft sehr zeitaufwändig war, ging ich später dazu über, die Anleitungen und Aufgaben in Arbeitsheften zusammenzufassen. Die Kinder konnten ihre Lösungswege und Ergebnisse direkt zu den Aufgaben schreiben und nach Abschluss der Arbeit die Hefte als ihr erarbeitetes Produkt, als Nachweis ihrer Lerntätigkeit mit nach Hause nehmen.
Meine Ziele für die Karteien und Hefte:
  • Die Anteile von Bindung und Öffnung sollten möglichst ausgewogen sein.
  • Außerdem sollten mit den Aufgabenstellungen sowohl die leistungsschwächeren, als auch die leistungsstärkeren Kinder gewinnbringend arbeiten können.
Gehörte ein Lernmaterial zu den Aufgaben (z.B. Würfel, Quader, farbige Plättchen, Einmaleinsbretter, Spiegel...) sollte ihm die Aufgabe zukommen, die Aufmerksamkeit des Kindes zu fesseln und es zur Bearbeitung der Aufgaben auch über den Tag hinaus zu motivieren.
Die Aufgabenkarteien und Aufgabenhefte waren dagegen die Impulsgeber, Moderatoren und bindende Elemente zum jeweiligen Lernmaterial.
Freie Wahlpflichtaufgaben bestanden in meinen Mathematikunterricht aber nicht nur aus selbst gefertigten Arbeitsheften und Arbeitskarteien. Als freie Wahlpflichtaufgaben standen den Kindern auch fertige Angebote aus dem Lehrmittelhandel zu Verfügung. Bot ich sie zur Bearbeitung an, entsprachen sie dann weitgehend meinen Gestaltungsgrundsätzen und Anforderungen.
Bei dem Ausprobieren dieser methodischen Konzeption sollte beachtet werden, dass die freien Wahlpflichtaufgaben keine geeigneten Arbeitsmittel für die letzten 10 Minuten einer herkömmlichen Unterrichtsstunde sind! Die Arbeit mit dem Material und den Arbeitskarteien bzw. Arbeitsheften ist nur dann erfolgreich, wenn den Kindern dafür genug Zeit, auch für eventuelle Umwege, eingeräumt wird!