Bruno Rechenbär

Freie Arbeit im Mathematikunterricht

Lerntagebuch:
Eigenproduktionen von Schülerinnen und Schülern
- Freiarbeit im Mathematikunterricht der Grundschule

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Zitat aus dem Lehrerband zu den Matheprofis 1
aus dem Oldenbourg-Verlag, 2000, S. 6.
"Begleitend zu den Aktivitäten sollen die Kinder ein Lerntagebuch führen, am besten ein unliniertes DIN-A4-Heft. Hier können sie im freien Zeichnen und Schreiben ihre Handlungen dokumentieren (später auch reflektieren). Dies unterstützt den Aufbau von Wissensstrukturen im Sinne des konstruktiven Lernens. Auch das Freihandzeichnen sowie die flächige Nutzung des Blattes wird gefördert.
'Das denkende Rechnen im Sinne eines beweglichen 'inneren Hantierens' mit den Zahlen auf der Grundlage der erfassten Strukturen (kann) nicht direkt vermittelt werden, sondern es ist vom Kind selbst auszubilden.'
(Faust-Siehl u.a. 1996, S. 90)
Die Lerntagebücher dienen als Grundlage für die Reflexion in der Gruppe und für Klassengespräche. Es ist im Sinne des konstruktiven Lernens konsequent, die Kinder zu Eigenikonisierungen anzuregen. Hier wird die Übersetzung zwischen Handlung und symbolischer Darstellung von den Kindern aktiv selbst vollzogen und damit auch der Zusammenhang zwischen den Abstraktionsebenen deutlich. Im Gegensatz zu vorgegebenen Ikonisierungen (zu deren Problematik siehe z.B. Schütte 1994) sind Eigenikonisierungen für die Kinder unmittelbar verständlich, da sie von ihnen selbst produziert werden. Wenn solche Eigenikonisierungen dann anderen präsentiert werden, muss man sich auch um allgemeinere Verständlichkeit bemühen. Konventionen und Normierungen erhalten so ihren Sinn. Die Kinder sollen vor allem auch Zahlentabellen, Gleichungen etc. als Protokolle von Handlungen erstellen und interpretieren können."
Auszug aus dem Klassentagebuch einer "Bruno-Klasse"
Im März 2004 haben die Kinder in der ersten Klasse von mir ein leeres Buch für ihr Zahlen-Tagebuch erhalten. Dort hinein dürfen sie alle für sie interessanten und wichtigen Aufgaben eintragen.

Eine Pflicht, das Tagebuch zu führen, besteht nicht. Die Kinder schreiben die Aufgaben während der Lehrgangsstunden und in den Freiarbeitsstunden ein. Manchmal nehmen sie das Buch mit nach Hause, um es schön auszugestalten.

Die Kinder haben festgelegt, dass 15 Tagebuchseiten als eine Wahlpflichtaufgabe gezählt wird und sie dafür einen Stempel in ihre Kontrollkarte bekommen.
Das Zahlentagebuch soll im zweiten Schuljahr fortgesetzt werden.

In einem Fotoalbum können 36 Seiten aus den Tagebüchern der Kinder betrachtet werden. Die Aufnahmen wurden am Ende des ersten Schuljahres aufgenommen.