Bruno Rechenbär

Freie Arbeit im Mathematikunterricht

Die epochale Freiarbeit im Mathematikunterricht der Grundschule

Arbeiteten die Kinder schon längere Zeit in der vorher beschriebenen Weise nach dem kontinuierlichen Freiarbeitsmodell, konnte es vorkommen, dass sie das Gefühl bekamen, nicht effektiv genug in den ein bis zwei freien Arbeitsstunden pro Woche arbeiten zu können.
Wenige Aufgaben, die ich den Kindern zur Bearbeitung anbot, ließen sich in ein bis zwei Stunden beenden. Immer wieder ging kostbare Zeit damit verloren, weil sich die Kinder zum Beginn der freien Arbeitszeit von den Lehrgangsinhalten lösen und auf ihre Wahlaufgaben einlassen mussten. Genau so verhielt es sich auch, wenn sich die Kinder zum Wochenanfang auf den Lehrgang zurück besinnen mussten.
Abhilfe schaffte dann das freie Arbeiten in epochaler Form.
Die Lehrgangsinhalte wurden während der Mathematikstunden gemeinsam so lange ohne Unterbrechung durch freie Arbeitszeiten bearbeitet, bis sie zu einem inhaltlichen Teil-Abschluss gebracht worden sind. Das war in der Regel nach ca. vier bis fünf Wochen der Fall. Die Lehrgangs-Phase wurde mit dann mit einer Lernkontrolle abgeschlossen.
Anschließend arbeiteten die Kinder während der Mathematikstunden gut eine Woche nur an den freien Wahlpflichtaufgaben. Zielvorgabe war, innerhalb dieser Zeit nach Möglichkeit mindestens eine Aufgabe abgeschlossen zu haben. War das wegen einer sehr umfangreichen Aufgabe ausnahmsweise nicht der Fall, dann sollte von den Kindern ein sinnvoller Zwischenabschluss gefunden werden.
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Mein Eindruck: Bei dieser Organisationsform konnten die Kinder konzentrierter als im "Wochenmodell" arbeiten.
Die Vorteile:
  • Die Anteile von Lehrgang und Freier Arbeit bleiben gleich.
  • Die Arbeit in inhaltlichen und methodischen Zusammenhängen wird erleichtert.
  • Eine weitere Aufsplitterung des Stundenplanes "Fetzenplan" (Peter Petersen) wird verhindert.