Bruno Rechenbär

Freie Arbeit im Mathematikunterricht

Die kontinuierliche Freiarbeit
Freiarbeit im Mathematikunterricht der Grundschule

Die Stunden für den Lehrgang und für die Freie Arbeit wurden von mir zum Beginn des Schulhalbjahres im Stundenplan festgelegt.
Damit wirklich alle Kinder verlässlich an den freien Wahlaufgaben arbeiten konnten, benutzte ich die Freiarbeitsstunden niemals für den Mathematiklehrgang, auch nicht in Ausnahmen. Diese Stunden waren den Kindern sehr wichtig, sie waren deshalb für den Lehrgang tabu!
Diese Vorgehensweise gestattet es meinen Erfahrungen nach jeder Lehrerin und jedem Lehrer, den Kindern auch im "traditionellen" Mathematikunterricht Phasen eines selbstbestimmten, freien, offenen und handlungsorientierten Unterrichts nach einem bewährten Konzept zu ermöglichen, ohne dabei den üblichen Lehrgang aufgeben zu müssen.
Das Stundenraster kann z.B. so aussehen:
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Ermöglichte es der Stundenplan, den Mathematikunterricht auf sechs Wochenstunden zu erweitern, dann stellte ich diese für eine zweite Freiarbeitsstunde zur Verfügung. Dadurch hatten die Kinder nicht so sehr das Gefühl, dass die Freiarbeit sehr "kurzatmig" ist und ein kontinuierliches Arbeiten erschwert.

Je nach Erfahrung und Vorrat kann das Aufgabenangebot der "vorbereiteten Umgebung" (Montessori) begrenzt oder erweitert werden. So können sich die Lehrkräfte und die Kinder an diese Arbeitsform gewöhnen und Erfahrungen sammeln, was z.B. "geht" oder "nicht geht".
Meinen Erfahrungen nach kann das von Klasse zu Klasse sehr unterschiedlich sein. So haben sich manchmal bestimmte Vorlieben für ein Arbeitsmaterial entwickelt. Wurden die Arbeitsergebnisse zusätzlich noch sehr verlockend von den Kindern während der Präsentationsphase vorgestellt, konnte das einen "Run" auslösen. Die selben Aufgaben konnten in anderen Klassen völlig uninteressant sein und es trotz aller Bemühungen auch bleiben.
Ist das Aufgabenangebot insgesamt noch gering, dann empfiehlt es sich, die Aufgaben und das dazugehörige Arbeitsmaterial mehrfach zur Verfügung zu stellen. Bei umfangreichen Aufgabenangeboten reicht es aus, von jeder Aufgabenstellung nur ein Exemplar bereitzustellen.